I. Nim{m} Feigen/ vn{d} schneid sie klein/ thu kleine schwartze Rosein/ die sauber auszgewaschen seyn/ darvnter/ machs in ein Turten eyn/ vnd thu ein wenig Butter daru:eber/ lasz backen/ es sey im Ofen oder in der Turtenpfannen. Und wenn du wilt ein Turten machen/ so nim{m} Eyerdotter vnd Butter/ thu es vnter das Mehl/ vnd mach ein Teig darausz/ treib jn du:enn ausz/ vnnd schneidt jhn fein rundt/ vnnd saltz jhn. Vnnd ein solchen Teig kanstu zu allerley Turten brauchen.
6. Nim{m} Epffel/ schel vnnd hack sie klein/ schweisz sie in Butter/ gib gestossenen Zimmet/ Zucker/ vnd schwartze Rosein/ darvnter/ ru:ers wol ducheinander so wirt es ein gute Fu:ell.
Marx Rumpoldt, Ein New Kochbuch, 1581
Ich bin in Versuchung, nach diesem Grundrezept heraldisch mit verschiedenen Marmeladen und Gelees herumzuspielen.
Nim ein Turten Teig/ treib in duenn auß/ unnd beschneidt ihn rundt/ wie ein Adler oder wie ein Hertz/ mach ein Kräntzlein rundt herumb/ scheubs in Ofen und backs/ thu es wider herauß/ und nimm gebratene Epffel/ duie durch ein Härin Tuch gestrichen/ und fein mit Zimmet und Zucker angemacht seyn/ streich uber den gebacken Teig/ bestraew es mit kleinem Confect/ und gibs zum Obst kalt auff ein Tisch.
Marx Rumpolt; Giano, sca-cooks
Im 15. Jhd. wäre dieser "Fisch" mit wirklichem Fisch aufgetragen; heute als Nachtisch, oder mit Tee oder Kaffee. Dieser Apfelkuchen ist jedoch würziger als moderne Apfelkuchen, besonders, wenn er mit Pfefferkuchen statt mit gemahlenen Mandeln bereitet wurde.
stoet jn enen mortijer vijf of sees appellen schon gheschelt sonder kersel huijs ende doter jnne van ghestoten amandellen of gheroost pepercock met een luttel sofferaens ende backt dese jn olye of mackt groten wijs backse gheuerwet ende van gheghat jnden ouen
Item calfs oeren maeckt aldus nempt gheplet deck sausijer ronde maeckt dat dobbel ende dan slaet die tve langen eynden te samen ende dan nempt scherp eynde tussen tve wijnhgheren ende steckt jrst dat runt ende en luttel daer nae met allen ende als dit stijf is nempt dat wijt ende doet daer jnne vanden vorseyde stof sonder sieden ende dijnt dat.
Stoße in einem Mörser fünf oder sechs Äpfel, schön geschält und entkernt, und gib gestoßene Mandeln oder gerösteten Pfefferkuchen mit etwas Safran zu, und backe dieses im Ofen, angepinselt und mit einigen Löchern darin.
Item, Kalbsohren werden folgendermaßen gemacht: nomm den geplätteten Teig, rund wie eine Soßenschüssel, und mach dies doppelt, und nomm die zwei langen Enden zusammen. Dann nimm das spitze Ende, und gib erst das runde Ende hinein [in das kochende Öl], und kurz danach das ganze. Nimm es heraus, wenn es knusprig ist, und gib etwas von der vorerwähnten Füllung hinein, ohne es zu kochen, und trag es auf.
Geraert Vorsselman, Eenen nyeuwen coock boeck; Coquinaria.nl