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Gefüllte Poularde, gekocht und gebraten

Deutschland, 15. Jhd.

4 Personen

Tip: Die Poularde ist besonders herzhaft, wenn sie nach der Hälfte der Garzeit aus der Folie oder Serviette genommen und in einem Bräter im heißen Ofen gebraten wird. Dazu die Poularde bei 220°C im vorgeheizten Ofen anbraten, bis sie braun wird, dann auf 180°C herunterschalten und fertigbraten. Dabei mehrmals mit dem Fond begießen

Willst du ein gutes Huhn kochen oder braten oder füllen, so bereite das Huhn schön vor und weide es aus. Und nimm die Därme heraus; nimm Kopf, Hals, Leber, Magen und alles Eingeweide und koch es in einem Topf oder in einer Pfanne gar. Hack es sehr fein, mit Petersilie, schlag rohe Eier hinein und schmeck es ab mit Gewürzen und Salz. Hacke abgehangenen Speck und gib den und Rosinen oder gebratene Birnen dazu. Das alles vermenge gut miteinander. Das ist die Fülle. Wenn das Huhn bereit ist, löse das Fleisch ganz und gar von den Knochen und fülle es schön mit grüner Farbe. Verschließ es und laß es in Wasser, das mit Wein und Essig gemischt ist, aufkochen, damit es fest wird und die Fülle stockt. Stoß es dann an einen Bratenspieß, laß es von der Seite braten und begieße es jeweils beim Wenden, das ist gut. Wenn du nun das Huhn kochen willst, dann darf man das Eingeweide nicht kochen. Hack es ungekocht und bereite damit eine Fülle vor wie zuvor und koch es miteinander in reinem Wasser und salz es angemessen. Der Topf soll weit sein, damit es nicht anbrennt. Schäum es schön ab und deck es gut ab und gieß wenig hinzu, dann bleibt der Wohlgeschmack der Brühe erhalten. Wenn du es anrichten willst, so kannst du es mit Gewürzen und Safran abschmecken, und probier es gut!

Kuchenmeysterey (15), um 1486, aus: Ehlert, Kochbuch