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Pavesen

Deutschland, 14. Jhd.

4 Pavesen

Im Buoch von guoter spîse findet sich unter der Überschrift Ein spise von birn das Rezept für ein Gericht, das anderswo als Pavesen oder Povesen bezeichnet wird. Dieser Name ist abgeleitet von dem aus dem Italienischen stammenden mittelhochdeutschen Lehnwort pavese oder pafese, das ursprünglich eine großen Schild bezeichnet, der mit seiner langen eisernen Spitze in die Erde gesteckt wurde, wodurch er feststand und dem Schützen zur Deckung dienen konnte. Pavesen können, wie im Rezept angegeben, mit Obst oder mit Hirn gefüllt sein. Sie werden verschiedentlich als Einlage für Erbsen- oder Rübenbrühe erwähnt.

Ein spise von birn

Nimm gebratene Birnen und saure Äpfel und hack sie klein, und tu dazu Pfeffer und Anis und rohe Eier. Schneide zwei dünne Scheiben Weißbrot, füll dies dazwischen, nicht ganz einen Finger dick. Mach einen dünnen Eierkuchen und schlage ihn darum und back es in Butter in einer Pfanne, bis es goldbraun wird, und servier es.

Das buoch von guoter spîse (10), 1345/52, aus: Ehlert, Kochbuch, auch in: Fahrenkamp, Mannsbild (unter Eyn guot spise von Birn und Epfel)