Schneide hinten an der Keule das magere Fleisch heraus, mach es schön länglich und dünn, klopfe es gut mit dem Rücken eines Messers, doch so, daß es nicht zerreißt. Schütte Salz und Fenchel darauf, dann Majoran und Petersilie, gut mit Speck vermischt. Streu Gewürz über dsa geschnittene und ausgebreitete Kalbfleisch, wickel es zusammen, steck es an einen Bratspieß und brate es. Laß es aber nicht zu trocken werden. Wenn es gar ist, trag es auf. Dann hast du einen schmackhaften kleien Braten, der nährt gut und kräftigt; es geht nicht viel davon verloren - es wird alles in Fleisch und Blut umgesetzt.
Platina Cremonensis (Bartolomeo Sacchi da Platina): Von der Eerlichen zimlichen/ auch erlaubten Wolust des leibs (XXXIVv), 1542; aus: Ehlert, Kochbuch